mdot

W:Wolfie´s Geschichte

Mehr als beeindruckend ist die Geschichte, die unser Kyusho Schüler Wolfgang zu erzählen hat. Trotz seiner schweren Beeinträchtigung und seines schweren Weges hat er gekämpft und gewonnen. Die Kampfkunst und das Kyusho halfen ihm seine Behinderung in den griff zu bekommen und zu besiegen. Lesen Sie hier seine Geschichte:

Meine Geschichte:

r wolfie2

Ich hatte durch einen Unfall einen Bruch des ersten und zweiten Halswirbels. Es wurde leider erst 15 Jahre später festgestellt. Da waren jedoch bereits neurologische Schäden vorhanden durch die ständige Verschiebung der Wirbel. Dadurch wurde das Rückenmark ständig verdrängt, abgequetscht und massiv geschädigt. Als ich nach dieser Diagnose operiert wurde in der Aussicht auf Besserung, Stellte sich jedoch über Jahre das Gegenteil ein. Ich wurde, schon als Simulant dargestellt. Fand dann jedoch eine Klinik die dies widerlegte und das Ergebnis der ersten OP ans Licht brachte:

Fehlstellung der HWS - Koerper : c1/c2/c3 im Winkel von 38° und eine Kompletteinengung des Rückenmarks mit komplettem Densabriss.

Dies führte dazu, das neben einer spastischen Lähmung auch Funktionsausfälle in allen Extremitäten stattfanden. Neurologische Ausfälle waren unter Anderem: Sensibilitätsausfall an den Oberflächen und der Tiefensensibilität, Schmerzgefühl, Fieber und Schwitzen komplett eingestellt.

Blase und Darm außer Kontrolle. Lungenfunktion herabgesetzt auf 1,5 Liter Atemvolumen –Sinkend, Dens abgerissen und in das Atemzentrum eingedrungen.

Ich gab jedoch nicht auf denn ich wollte als Kind immer schon Kampfsport machen und Prüfungen ablegen. Ich habe mir geschworen, irgendwann mache ich eine Prüfung in einer Kampfkunst.

Ich musste nochmals operiert werden doch die Aussichten waren nicht sehr gut. Man sagte mir wenn ich aufwache werde ich zu 99% komplett vom Hals abwärts gelähmt sein und auf Dauer beatmet werden. Ich machte aus einem Prozent ein neues Leben. Ich habe zwei große OPs innerhalb einer Woche durchgestanden und dabei dreimal das Licht der Ewigkeit gesehen. Das Ergebnis: Lungenfunktion auf 3,6 Liter gestiegen, Halswirbelsäule mit zwei Titanplatten stabilisiert UND ich lebe!!!!

Ich bekam dann durch Zufall die Möglichkeit Wolfgang Ludl kennenzulernen.

Habe Wolfi von meiner Behinderung und meinem Wunsch wieder Kampfsport zu machen erzählt. Auch das mir niemand die Möglichkeit gab es wenigstens zu versuchen.

Er gab mir die Chance. Warum? Ich kann es nicht sagen. Er sagte mal zu mir, den Ehrgeiz und Biss in meinen Augen habe er bei anderen Behinderten noch nie gesehen. Vielleicht war das der Grund.

Ich fing mit Kickboxen an im Rollstuhl und auch im Stehen. Es begann mit einer viertel Stunde Training im stehen. Ca. 1 Jahr später war der Rollstuhl eigentlich nur noch zum rein und raus fahren dabei. Nach einiger Zeit kam Goshin Jitsu und ich fing damit an. Meine Motivation war die Möglichkeit Prüfungen zu machen und das es an die Behinderung angepasst wird.

Auch da habe ich die Chance genutzt und habe wieder viele Veränderungen an mir festgestellt. Ich trainierte mein Prüfungsprogramm und mit Hilfe von Wolfi und Clive passten wir die Techniken teilweise an den Rollstuhl an. Ich wollte immer eine Kombination aus Rollstuhl- und Standtechniken. Es ging mir auch darum, anderen Menschen zu zeigen, was man mit verschiedenen Handicaps erreichen kann und das es möglich ist, auch das schwächste Glied in der Kette zu stärken.

Leider ich habe bereits 2 mal die Erfahrung gemacht angegriffen zu werden, davon einmal bewaffnet mit einem Messer.

wolfie 3

Als Wolfi dann mit Kyusho anfing war ich sofort dabei.

Es war mehr als interessant für mich denn es ging um Nervendruckpunkte und um ein Maximum an Wirkung bei sehr wenig Kraftaufwand.

Ich sah auch darin wieder eine Möglichkeit mich zu steigern und vielleicht weitere Körperfunktionen wieder erlangen zu können.

Wolfi, Clive und nun auch Benny müssen mich schon manchmal auch etwas bremsen.

Einige Zeit nach dem Beginn meines Kyushotrainings ging ich letztes Jahr zur neurologischen Untersuchung da ich festgestellt hatte manchmal, nach dem Training schmerzen zu haben.

Mein Neurologe überprüfte die Nervenleitgeschwindigkeit und verschaffte sich ein Gesamtbild. Er untersuchte auch die Spastik, die Blase und die Darmfunktion.

Nun Max, ich bin fast am ende meiner Geschichte. Was hat Kyusho mir gebracht und wie hat es mir mit meiner Beeinträchtigung geholfen?

Ich fange mal unten an:

Blasen- und Darmfunktion zu 95% unter Kontrolle.

Spastik (Erhöhter Muskeltonus) um mehr als 80% reduziert.

Nervenbahnen, Schmerzen, Schwitzen und das Gefühl ist bis auf wenige Regionen komplett wieder da.

Laut Aussage des Neurologen und des Professor der mich operiert hat und mit dem ich in ständigen Kontakt bin hat sich an meiner HWS nichts verändert. Es gibt keine medizinische Erklärung warum es so geworden ist. Alle Unterlagen die mich und mein Krankheitsbild betreffen gehen an alle Forschungszentren in der ganzen Welt.

Ich kann auch nicht sagen warum es besser wird und wurde.

Aber ich habe mein Schicksal nie akzeptiert und ich weiß, durch einen guten freund aus meiner Jugend, dass es viel altes und traditionelles gibt, das die moderne Wissenschaft bis heute nicht versteht. Es gibt Dinge die man nicht erklären kann.

Ich bin sicher, wenn Menschen das tun woran sie glauben und Spaß haben schalten sie den Kopf aus und sind in der Lage Dinge zu tun die sie anders nicht tun könnten. Meinungen und Angst blockieren jeden weg.

Mein 5. Kyu in Goshin wurde mir mit den Worten „30 Jahre“ überreicht. Denn 30 Jahre habe ich dafür gekämpft und ich habe mein Ziel erreicht. Nun bin ich kurz vor der Prüfung zum 2. Kyu und Level 2 in Kyusho. Ich habe oft recherchiert und ich bin derzeit mit meinem Handicap der Einzige.

Mein Ziel ist es Leute wie dich, Wolfi, Clive und Benny zu finden und anderen Menschen zu zeigen, dass man mit Hinsetzen und warten kein Ziel erreicht.

Fallen ist keine Schande, man muss wieder aufstehen und aufs neue Anlauf nehmen. Ich werde meinen Weg weiter gehen und meine Ziele weiter verfolgen. Ich will Anderen zeigen, dass alles möglich ist wenn man will und von Menschen wie auch unterstütz wird.

Abschließend möchte ich nur eines sagen, lieber Max:

Von ganzem Herzen Danke und auf eine gute Freundschaft.

Wolfi

Gemeinsam mit Wolfi erarbeitet Max Maislinger ein Anwendungsprogramm für Kyusho im Rollstuhl. Wir freuen uns, dass Wolfgang so erfolgreich bei uns trainiert und seinen Weg im kyusho mehr als engagiert mit uns geht!

Für Kontakt zu Wolfi, einfach ein Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!